Impressionen aus Reutlingen

50 Jahre Städtepartnerschaft Reutlingen – Bouaké: Programm wird verschoben


Festakt, Theaterprojekt und Bürgerreise verschoben

Für den Juni war eine ivorische Delegation nach Reutlingen eingeladen. Während ihres Aufenthalts waren ein Festakt, die Eröffnung einer Ausstellung von Gastgeschenken und Kunstobjekten aus Bouaké und ein Workshop mit ivorischen Instrumenten vorgesehen. Sämtliche Aktionen müssen wegen der aktuellen Lage abgesagt werden. Die Stadt Reutlingen plant, die Jubiläumsfeierlichkeiten im kommenden Jahr nachzuholen.
Ein interkulturelles Theaterprojekt des Theaters Patati-Patata und eine über Ostern vorgesehene Bürgerreise nach Bouaké, organisiert von den beiden Partnerschaftsvereinen, wurden ebenfalls auf das nächste Jahr verschoben.


Ausstellung und Vorträge finden statt

Nach der Öffnung der Museen kann dagegen die aktuelle Ausstellung des ivorischen Holzbildhauers Jems Koko Bi mit dem Titel „Im Wald geboren. Jems Koko Bi & HAP Grieshaber“ im Kunstmuseum Reutlingen/Spendhaus besucht werden. Die Durchführung von zwei Vorträgen im September wird ebenfalls weiterverfolgt.
 
Mehr Informationen zur Städtepartnerschaft zwischen Reutlingen und Bouaké gibt es auf www.reutlingen.de/partnerstaedte.
 
Ein Straßenschild mit der Aufschrift "Avenue Reutlingen" in BouakéOberbürgermeister Kalbfell mit Vertretern der Stadt Bouaké beim ersten Reutlinger Delegations-Besuch in Bouaké

Hintergrundinformationen:


Wie geht es den Menschen in Bouaké in Zeiten der Corona-Krise?Die Städtepartnerschaft im Überblick

Der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsverein AREBO, Herr Dramane Koné, beschreibt die Situation wie folgt:
„Die Schulen, Universitäten, Fachhochschulen, Ausbildungseinrichtungen, Kirchen, Moscheen und Restaurants im ganzen Land waren bis zum 07.05.2020 geschlossen, dürfen ab dem 08.05.20 unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen (Maskenpflicht, Abstand halten, Hände desinfizieren) wieder geöffnet sein. Von 23:00 Uhr bis 04:00 Uhr wurde für Abidjan eine Sperrstunde verhängt. Die Stimmung in der Bevölkerung ist gedrückt.
 
In Bouaké gibt es bis jetzt (Stand 08.05.20) vier positiv getestete Personen, die nach Abidjan in Quarantäne geschickt wurden. Die Personen, mit denen sie in Kontakt waren, wurden vor Ort isoliert. Die wirtschaftliche Lage ist schwierig. Viele Arbeiter müssen zu Hause bleiben und erhalten keinen Lohn. Die Regierung versucht, den betroffenen Menschen finanziell zu helfen. In manchen Regionen und von vielen kleinen Unternehmen kommen Beschwerden, da sie wohl kaum etwas von dieser staatlichen Unterstützung erhalten würden.“

Die Städtepartnerschaft im Überblick

Die offizielle Verbindung zur Stadt Bouaké entstand im Jahr 1970, nicht zuletzt infolge der damaligen wirtschaftlichen Beziehungen der Firma Danzer zur Elfenbeinküste. Am 14. April 1970 wurde die Partnerschaft zwischen Reutlingen und Bouaké mit Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde offiziell besiegelt. Die Firma Danzer unterstützte über viele Jahre hinweg die Finanzierung von Projekten und Besuchen zwischen Reutlingen und Bouaké durch großzügige Spenden.
 
Die Städtepartnerschaft mit Bouaké war zudem über viele Jahre hinweg geprägt vom persönlichen Engagement der damaligen Reutlinger Stadträtin Margret Grimm. Unermüdlich sammelte sie Spenden für den Bau und die Ausstattung von Entbindungsstationen, Gesundheitszentren und zum Bau eines Brunnens.
 
Einen Einschnitt in die städtepartnerschaftlichen Beziehungen verursachte der Putschversuch in der Elfenbeinküste im Jahr 2002. Reisen nach Bouaké konnten von Reutlingen aufgrund der Sicherheitslage nicht mehr stattfinden. Glücklicherweise war in der zu diesem Zeitpunkt 32 Jahre bestehenden Städtepartnerschaft ein Netz von Beziehungen entstanden, das den Schwierigkeiten des Bürgerkriegs widerstand.
 
Im Jahr 2005 gründete sich in Reutlingen der „Freundeskreis St. Camille“ zur Unterstützung der sogenannten „Kettenmenschen“ (psychisch Kranke) in Bouaké.
 
Ein wichtiger Impuls für eine erneute Intensivierung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen war die Gründung der Partnerschaftsvereine in Reutlingen im Jahr 2008 und in Bouaké in 2009, deren Mitglieder die jeweiligen Besucher bei ihrem Aufenthalt im Gastland tatkräftig unterstützen.
 
Die Städtepartnerschaft zwischen Reutlingen und Bouaké hat sich in den letzten Jahren sehr lebendig entwickelt. Projekte im Bildungssektor und aktuell in der nachhaltigen Kommunalentwicklung sind ein wichtiger Aspekt in der Partnerschaftsarbeit.
 
In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben etwa 440 Personen die Reise nach Reutlingen oder Bouaké angetreten.

Kleine Landeskunde

Bouaké liegt in der Savanne im Landesinnern der Elfenbeinküste in einer Entfernung von 380 Kilometern von der Küstenstadt Abidjan. Mit ca. 1.500.000 Einwohnern ist Bouaké die zweitgrößte Stadt dieses Landes. Es ist eine Stadt mit jugendlichem Charakter, da 70 Prozent der Einwohner jünger als 35 Jahre sind. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehört dem Islam an.
 
Unsere afrikanische Partnerstadt ist ein wichtiges Handelszentrum und hat von jeher viele Bevölkerungsgruppen angelockt. Nur ein Drittel der Bevölkerung stammt aus Bouaké selbst. Von den etwa 60 verschiedenen ethnischen Gruppen, meist mit einer eigenen Sprache, sind die Baoulé und Malinké am stärksten vertreten.
Im Gegensatz zu Abidjan ist Bouaké ländlich und afrikanisch geblieben, man findet z. B. Felder mit Gemüse und Reis und große Mangobäume mitten in der Stadt. Den Hauptanziehungspunkt bildet neben der Kathedrale und der Moschee der im Zentrum stattfindende Markt: Nahrungsmittel, schöne Stoffe, Kunsthandwerk, Gewürze - eine atemberaubende Vielfalt von Gegenständen, Farben und Aromen.
 

^
Weitere Informationen auf unseren Seiten

Feuerwehr Reutlingen

So finden Sie uns!

  • Hier finden Sie den Lageplan der Feuerwehr
  • Reutlingen.
  • Zum Lageplan

Das aktuelle Wetter

  • 3-Tages-Vorhersage