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Reutlinger Feuerwehr übte für den Ernstfall


Der dreitägige Lehrgang soll europaweit Schule machen: Um die Taktik bei der Brandbekämpfung in Europa zu vereinheitlichen, hat die EU das Erasmus-Projekt „Safe in Tunnels“ ins Leben gerufen. Neben den Feuerwehren aus Pfullingen und Eningen waren deshalb auch Kollegen der österreichischen Landesfeuerwehrschule Tirol an diesem Wochenende nach Reutlingen gekommen. „Europa ist zusammengewachsen – oft sind es Tunnel, die die Länder verbinden. Das Projekt soll den Feuerwehren in Europa eine grundlegende Standard-Vorgehensweise bei der Tunnelbrandbekämpfung vermitteln“, so Feuerwehrkommandant Harald Herrmann, der sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Lehrgangs zeigte. Ähnlich überzeugt vom Projekt ist der für die Feuerwehr zuständiger Finanzbürgermeister Alexander Kreher: „Europa braucht die Kommunen – und die Kommunen brauchen Europa. Dieses internationale Pilotprojekt wird auch für andere Kommunen von Interesse sein.“

Für die Tunnelübung wurde eine der beiden Röhren in der Rommelsbacher Straße gesperrt. So konnten das ganze Wochenende über in verschiedenen Szenarien geübt werden. Unter anderem wurde ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen simuliert, eines davon im brennenden Zustand. Die Kameradinnen und Kameraden der Reutlinger Feuerwehr bildeten für die Übung einen Löschtrupp sowie einen Suchtrupp und drangen in den Tunnel vor, um den Brand zu löschen bzw. nach Personen in den Fahrzeugen zu Ausschau zu halten.

Das Erasmus-Projekt „Safe in Tunnels“

Wie gehen die Feuerwehren in den verschiedenen Ländern bei Bränden oder Unfällen vor? Nach welchen taktischen Standards wird der Einsatz begonnen, wie arbeiten sich die Feuerwehren aus den verschiedenen Ländern an die Schadensstelle heran, welche Lösch- und Suchtechniken werden angewandt, wie erfolgt die Abstimmung und wie laufen die Kommunikationsstrukturen zusammen?

All diese Fragen sind für einen Einsatzerfolg in Tunnelanlagen überlebenswichtig.

Über die Erfahrungen bei der Ausbildung der Rettungswehr am Scheibengipfeltunnel hat die Reutlinger Feuerwehr Kontakt zu einem europäischen Netzwerk von Feuerwehrpraktikern aus Österreich, der Schweiz, Italien und Norwegen erhalten.

Die Reutlinger Feuerwehr wurde zusammen mit der Firma Beneke & Prinzhorn GmbH deutscher Partner in dem europäischen Forschungsprojekt „Save in Tunnels“, in dem auch die Feuerwehren aus Rogaland Og Redning (Norwegen), die Landesfeuerwehrschule Tirol und das Tunnelausbildungskompetenzzentrum des ÖBFV (Österreich) sowie die Brenner Basistunnel BBT SE (Italien) Projektpartner sind.

Die Reutlinger Feuerwehr koppelt zudem ihre Erkenntnisse mit den Arbeitskreisen Tunnelbrandbekämpfung des Landes Baden-Württemberg, der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg und der Internationale Fire Akademie (ifa) in Balsthal in der Schweiz immer wieder zurück.

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