Geschichte der Abteilung Freiwillige Feuerwehr Oferdingen

  • 1886 Gründungsjahr der Feuerwehr. Aufgrund der Landesfeuerlöschordnung von 1885 wird eine Ortsfeuerlöschordnung für die Gemeinde Oferdingen erlassen. Der Feuerwehrpflicht unterliegen alle im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen männlichen Einwohner von 20 bis 45 Jahren. Die Feuerwehr ist eine selbständiges, unter einem Kommandanten stehendes, organisiertes Korps und wie folgt eingeteilt: Stab: Kommandant und Gehilfen 7 Mann, Erster Zug: Steiger und Retter 21 Mann, Zweiter Zug: Hydrantenmannschaft 19 Mann, Dritter Zug: Spritzenmannschaft 15 Mann, Vierter Zug: Flüchtungs- und Wachmannschaft 16 Mann. Die Gesamtstärke betrug damals einschließlich Führer 78 Mann.
  • 1892 Anschaffung eines von Pferden gezogenen Pumpenwagens sowie von zwei Hydrantenwagen
  • 1909 Kommandant Wezel wird eingesetzt
  • 1914 Die Feuerwehr wird von den alten Männern im Ort ohne Führung betrieben. Alle feuerwehrfähigen Männer ziehen in den Krieg.
  • 1923 Einsetzung von Kommandant Karl Neuscheler. Die Gesamtstärke der Oferdinger Wehr beträgt 26 Mann.
  • 1935 Einsetzung von Kommandant Wilhelm Diebold.  Großbrand im Gasthaus Lamm
  • 1937 Umbenennung der Feuerwehr Oferdingen in einen Verein. Es erfolgt eine Eintragung ins Vereinsregister mit Zustimmung des Ortspolizeiverwalters und des Landrates.
  • 1940 Kommandant Wilhelm Diebold wird zum Wehrführer ernannt.
  • 1945 Kriegsende und Ende der Feuerwehr in ihrer bisherigen Form. Auflösung der Feuerwehren in allen Gemeinden mit weniger als 800 Einwohner. Zuordnung zur Stadt Reutlingen.
  • 1947 Die Feuerwehr wird als Abteilung der Feuerwehr Reutlingen unter Gottlob Walz als Abteilungskommandant mit Zustimmung der französischen Besatzungsmacht weitgeführt.
  • 1956 Ein neues Feuerwehrgesetz für Württemberg, von der französischen Besatzungsmacht zugelassen, ermöglicht wieder eine eigenständige Feuerwehr in Oferdingen
  • 1957 Gottlob Walz gibt sein Amt als Kommandant an Karl Eben ab. An Geräten kommen ein Spritzenwagen und eine tragbare Motorspritze, aus Militärbeständen, hinzu. Diese und die alten Hydrantenwagen werden im Rathaus aufbewahrt. Die alte Pumpenspritze wird privat in einer Scheuer untergestellt. Im Einsatzfall wird die Motorspritze auf einem Wagen mit einem privaten Schlepper vor Ort gebracht.
  • 1961 Die Feuerwehr Oferdingen erhält ihr erstes motorisiertes Löschfahrzeug – ein Tragkraftspritzenfahrzeug, Fabrikat Ford Transit. Am Ortseingang trifft man sich zum Empfang.
  • 1966 Die Mannschaft der Oferdinger Wehr nimmt an den Leistungswettkämpfen in Mägerkingen teil. Im Gemeinderat fällt die Entscheidung über die Anschaffung einer moderneren Ausstattung der Feuerwehr.
  • 1967 Ein neues Löschgruppenfahrzeug 8 wird übernommen. Das alte Tragkraftspritzenfahrzeug wird umgebaut und kommt als Schlauchwagen 600 in den Ort zurück. Zur Unterbringung dieser technischen Ausrüstung besorgt die Feuerwehr den Einbau von Garagen in das gemeindeeigene Gebäude Brunnenstraße 17.
  • 1971 Großbrand Kirchstraße, Gebäude Schmauder, ehemalige Kreissparkasse, Oferdingen wird durch die Eingemeindung Stadtbezirk und heißt ab 01.01.1971 Reutlingen-Oferdingen. Die Freiwillige Feuerwehr Oferdingen wird eine Abteilung der Feuerwehr Reutlingen.
  • 1972 Die Abteilung Oferdingen erhält von der Abteilung Stadtmitte ein gut erhaltenes Tanklöschfahrzeug 16. Mit dieser Neuanschaffung wird die Schlagkraft der Abteilung wesentlich verbessert. Ein Tanklastzug mit 30 000 Liter Heizöl kam am Ortseingang von der Straße ab und blieb auf der Seite liegen. Am beschädigten Tank liefen 18 000 Liter Heizöl aus.
  • 1977 Ein motorbetriebenes Gummiboot wird in Oferdingen stationiert, um auch auf dem Neckar mobil zu sein. Die Mannschaft beteiligt sich an Leistungswettkämpfen zum Erwerb des Leistungsabzeichens in Silber und ein Jahr später auch in Gold.
  • 1978 Im Gemeinderat fällt am 09.05.1978 der Grundsatzbeschluss über den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Oferdingen.
  • 1979 Bereits am 25.07.1979 kann Richtfest gefeiert werden. Der Erlös dieser Veranstaltung wird der Aktion Sorgenkind zugesprochen und bringt somit doppelte Freude. Am 15.12.1979 übergibt Oberbürgermeister Dr. Manfred Öchsle der Freiwilligen Feuerwehr Oferdingen das neue Haus. Stadtbrandmeister Walter Herrmann übergibt die Schlüssel seinem Oferdinger Abteilungskommandant Karl Eben.
  • 1983 Die Neujahrsnacht bringt den Oferdingern einen Großbrand des Scheunengebäudes Bez an der Jakob-Degen-Straße. Karl Eben gibt nach insgesamt 40 Jahren, davon 26 Jahre als Abteilungskommandant, sein verantwortungsvolles Amt ab. Neuer Abteilungskommandant wird Walter Greiner.
  • 1984 Einrichtung einer Kleinschleife mit acht Meldeempfängern. Ab diesem Zeitpunkt kann bei Kleineinsätzen eine Gruppe von acht Mann ohne Sirene alarmiert werden.
  • 1985 Ein neuer Schlauchwagen 1000 Fabrikat Mercedes Benz wird der Abteilung übergeben. Der alte Schlauchwagen 600 wird nach 23 Jahren vom TÜV aus dem Verkehr gezogen. Außerdem erhält die gesamte Mannschaft eine neue persönliche Schutzausrüstung.
  • 1986 Einrichtung der „stillen Alarmierung“. Die Abteilung Oferdingen erhält 30 neue Funkmeldeempfänger und die Sirene wird abgeschaltet. Im Gemeinderat fällt die Entscheidung, dass die Abteilung als Ersatz für das alte Tanklöschfahrzeug eine neues bekommen soll.
  • 1987 Zur Freude der gesamten Mannschaft wird das neue Tanklöschfahrzeug 16/25 ausgeliefert.
  • 1990 Die Jugendfeuerwehr Reutlingen wird ins Leben gerufen. Auch in Oferdingen wird mit einer Gruppe von 15 Jugendlichen begonnen. Drei Kameraden der aktiven Wehr nehmen sich seither der Betreuung und Ausbildung der Jugendfeuerwehrmänner und Jugendfeuerwehrfrauen an.
  • 1991 Der langjährige Chef und Stadtbrandmeister der Reutlinger Feuerwehr Walter Herrmann nimmt Abschied und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Sohn Harald Herrmann übernimmt das Kommando. Der Umbruch der Führung und der Organisation der Feuerwehr Reutlingen geht auch an Oferdingen nicht spurlos vorüber. Die Abteilung wird mit neuen, zusätzlichen Aufgaben betraut. Sie zum Löschwasserförderzug innerhalb der Gesamtfeuerwehr. Der Schlauchwagen 1000 wird abgezogen und durch einen Schlauchwagen 2000 ersetzt. Außerdem wird die aktive Mannschaft in den Brandsicherheitswachdienst mit einbezogen.
  • 1992 Das alte Löschgruppenfahrzeug 8 wird nicht, wie vorgesehen, durch ein neues ersetzt, sondern mit dem etwas jüngeren Löschgruppenfahrzeug 8 von der Abteilung Bronnweiler ausgetauscht. Da in Oferdingen bereits ein wasserführendes Fahrzeug stationiert ist und Bronnweiler noch keines besitzt, stimmt die Abteilung diesem Wechsel zu.
  • 1994 Die Feuerwehr Reutlingen plant den Neubau der Atemschutzübungsanlage. Bei der Standortsuche fällt die Entscheidung für Oferdingen.
  • 1995 Walter Greiner gibt nach 36 Jahren Dienstzeit (davon zwölf Jahre als Abteilungskommandant und drei Jahre als Stellvertretender Abteilungskommandant) sein Amt ab. Neuer Abteilungskommandant wird Gerhard Nagel.
  • 1996 Am 01.06.1996 wird die neue Atemschutzübungsanlage im Rahmen der 110-Jahr-Feier der Feuerwehr in Oferdingen seiner Bestimmung übergeben.
  • 2001 Im Gemeinderat fällt die Entscheidung, dass die Abteilung als Ersatz für den Schlauchwagen 2000 einen neuen bekommen soll.
  • 2002 Am 18.12.2002 übergab Oberbürgermeister Dr. Stefan Schultes einen neuen Schlauchwagen 2000 an die Abteilung. Hersteller des Aufbaus ist die Firma EMPL. Das Fahrgestell wurde von MAN geliefert.
  • 2005 Bei der Feuerwehr Reutlingen wurden die Funkmeldeempfänger auf digitale Funktechnik umgestellt. Auch nach Oferdingen wurden 34 Digitale Funkmeldeempfänger geliefert. Gerhard Nagel gibt nach 35 Jahren Dienstzeit, davon 10 Jahre als Abteilungskommandant und sieben Jahre als Stellvertretender Abteilungskommandant, sein Amt ab. Neuer Abteilungskommandant wird Peter Lauer.
  • 2012 Am 15.01.2012 übergab der erste Bürgermeister Peter Rist ein Löschgruppenfahrzeug 20 Katastrophenschutz an die Abteilung Oferdingen. Hersteller des Aufbaus ist die Firma Rosenbauer. Das Fahrgestell wurde von MAN geliefert. Es ersetzt das Tanklöschfahrzeug 16/25, welches aus einsatztaktischen Gründen nach Mittelstadt überstellt wurde.
  • 2013 Am 28.07.2013 zog ein Hagelsturm über den Landkreis Reutlingen. Infolgedessen gab es den größten Feuerwehreinsatz der Feuerwehr Reutlingen in der Nachkriegsgeschichte. Zeitweise waren im gesamten Landkreis bis zu 120 Einsatzfahrzeuge und über 800 Einsatzkräfte im Einsatz. Unterstützung gab von Feuerwehren aus dem gesamten Regierungsbezirk Tübingen. Es entstand im Landkreis Reutlingen ein Sachschaden von circa 3,6 Milliarden Euro. Alleine in Oferdingen mussten innerhalb einer Woche über 300 Einsatzstellen abgearbeitet werden.
  • 2017 Im Gemeinderat fällt die Entscheidung, dass das Feuerwehrhaus einen Anbau der Umkleidebereiche und Kellerräume bekommt. Grund dafür ist die gewachsene Mitgliederzahlt in der Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr. Am 22.12.2017 übergab Feuerwehrkommandant Harald Herrmann noch kurz vor Weihnachten ein Löschgruppenfahrzeug 20 Katastrophenschutz an die Abteilung Oferdingen, welches vor fünf Jahren zusammen mit dem fast baugleichen Oferdinger Fahrzeug Löschgruppenfahrzeug 20 Katastrophenschutz beschafft wurde und seither in Gönningen stationiert war. Es ersetzt nach 30 Dienstjahren das alte Löschgruppenfahrzeug 16.
  • 2019 Bei der Feuerwehr Reutlingen wurde der analoge 4-Meter Fahrzeugfunk auf die digitale Funktechnik Tetra umgestellt. Auch in Oferdingen wurde alle Fahrzeugfunkgeräte und das Funkgerät in der Einsatzzentrale ersetzt. Am 30.06.2019 übergab Oberbürgermeister Thomas Keck, im Rahmen der 40 Jahr Feier des Feuerwehrhauses, den Anbau an das Feuerwehrhaus seiner Bestimmung
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