Die Atemschutznotfalleinheit



In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Unfällen während des Atemschutzeinsatzes.
Teilweise leider auch mit tödlichem Ausgang (Köln, Tübingen).

In der Feuerwehr Reutlingen machte man sich ab 2007 Gedanken darüber, wie wir solchen Unfällen über die normale und gute Ausbildung hinaus, entgegenwirken können.
Es war klar, dass die einzelnen Abteilungen nicht zeitgleich den Einsatz abarbeiten und weiteres Personal zu Sicherstellung gegen Unfälle vorhalten kann.

Daher wurde beraten und entschieden, dass zwei fest eingeteilte Abteilungen Betzingen und Sondelfingen diese Atemschutz-Notfall Aufgabe übernehmen sollen.
Dies hat auch den Vorteil, dass die beiden Abteilungen dieses Thema dauerhaft schulen und sich stetig Aus- und Fortbilden.
Das notwendige Material für den Notfalleinsatz musste auch nur zweimal beschafft werden.

Insbesondere umfasst dies:

Eine Atemluftflasche mit Maske und einer 1,5m langen Mitteldruckleitung gelagert in einer Tragetasche zum Tausch der Maske vor Ort bei knappem Luftvorrat.
Ein speziell entwickelter „Rettungssack“ zum Transport von verunfallten nicht mehr gehfähigen Einsatzkräften.

Nach einer gemeinsamen Abstimmung wie im Falle eines Notfalles vorgegangen wird und einer speziellen Schulung aller teilnehmenden Kameraden, konnte die Atemschutz-Notfalleinheit im Jahre 2008 ihre Tätigkeit aufnehmen.

Die eigentliche Notfalleinheit besteht aus 4 Einsatzkräften.
Einem Gruppenführer für Kommunikation, Lage-Feststellung, Betreuung der zweiten eventuell unverletzten Einsatzkraft und Rettungsentscheidungen vor Ort, sowie 3 weiteren Einsatzkräften für den Brandschutz und die Absicherung innerhalb des Gebäudes, die Betreuung und Versorgung der verunfallten Einsatzkraft und der eigentlichen Rettung aus dem Gebäude.

Weiter wurde auch festgelegt, bei welchen Einsatzstichworten oder besonderen Lagen diese Notfalleinheiten alarmiert und „Stand by“ stehen.
Diese Notfall-Einheiten können aber auch von anderen Feuerwehren angefordert werden.

Zwischenzeitlich wurden auch schon mehrere Einsätze notwendig, bei welchen aber glücklicherweise nicht eingegriffen werden musste.
Das Einsatzkonzept selbst ist sehr gut organisiert und die Einheiten gut aufgestellt.
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