Gefahrstoffeinheit trainiert im Höhenfreibad und am Bahnhof Oberheutal


Nachdem ein Mitglied der Gefahrstoffeinheit in der vergangenen Woche in Bruchsal an der Landesfeuerwehrschule den Lehrgang Abc-Erkundung erfolgreich absolviert hatte, begann für diesen der Ausbildungstag bereits auf der Feuerwache in der Hauffstraße mit der Bedienung der Messgeräte im ABC-Erkunder 22/91-1. Das Fahrzeug wurde bekanntlich im Rahmen des Katastrophenschutzes des Bundes an die Feuerwehr Reutlingen überstellt und verfügt über eine umfangreiche Ausrüstung und zahlreiche Messgeräte, die im Ernstfall Chemikalien, Kampfstoffe und Radioaktivität während der Fahrt laufend messen bzw. nachweisen können. Besonders spannend sind die Messungen der Radioaktivität, da auch die natürliche Hintergrundstrahlung durch die NBR-Sonde erfasst und grafisch dargestellt werden kann.

Erste Station der Gefahrstoffeinheit war anschließend das Höhenfreibad in Bad Urach. Die dort genutzten Chemikalien, die hauptsächlich zur Säuberung des Wassers eingesetzt werden, wurden mit den Messgeräten der Feuerwehr untersucht, außerdem wurde im Rahmen einer kleinen Einsatzübung ein Trupp unter Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) eingesetzt, wobei sich am Ende nur einer der Übungsanzüge als gänzlich wasserdicht erwies. Auch der transportable Photoionisationsdetektor (PID) des ABC-Erkunders bewies dabei seine Fähigkeiten zum Nachweis von Chemikalien in der Luft.

Im Anschluss an die Übung im Höhenfreibad fuhr die Fahrzeugkolonne der Gefahrstoffeinheit auf die Schwäbische Alb zum Verladebahnhof Oberheutal bei Münsingen. Der früher militärisch genutzte Güterbahnhof wird heute durch die Schwäbische-Alb-Bahn (SAB) als Umschlagplatz für Holzstämme genutzt. Auf der breiten Zufahrtsstraße, wo einstmals Panzerfahrzeuge des ehemaligen Truppenübungsplatzes auf ihren Transport warteten, führte die Gefahrstoffeinheit eine umfangreiche Fahrerschulung durch. Vom sicheren Slalomfahren zwischen Hütchen über eine Notbremsung bis hin zum möglichst präzisen Rückwärts-Einparken gab es einige Herausforderungen zu meistern. Hier zeigte sich übrigens auch, wie stabil die Verkehrsleitkegel der Feuerwehr Reutlingen tatsächlich sind. Eine besondere Erfahrung war auch das Fahren unter Atemschutz mit Maske und Filter, wie dies bei Gefahrguteinsätzen im kontaminierten Bereich im Einsatzfall notwendig werden könnte.

Nach diesem feuerwehrtechnischen Teil kam auch die Kameradschaft nicht zu kurz: Im Glastal bei Hayingen wurde eine ausgiebige Grillpause eingelegt. Im Anschluss ging es weiter nach Zwiefalten, um das Grillvesper mit Blick auf das Zwiefalter Münster um Kaffee und Kuchen zu ergänzen. Anschließend folgte die Rückfahrt nach Reutlingen über Engstingen und Lichtenstein. Während der Fahrt wurden dabei in wechselnder Besetzung der Mannschaft die laufenden Messungen im ABC-Erkunderwagen fortgesetzt, sodass sich einige Mitglieder der Gefahrstoffeinheit wieder ausgiebig mit den Messsystemen beschäftigen konnten.

Auf der Feuerwache stand dann eine ausgiebige Fahrzeugreinigung an, ehe die gelungene Samstagsausbildung der Gefahrstoffeinheit ihr Ende fand.
Für die Gefahrstoffeinheit geht es spannend weiter: Beim nächsten Übungsdienst am Mittwoch, den 10. Mai, ist im Rahmen des interkommunalen Gefahrstoffzuges Reutlingen/Pfullingen eine Einsatzübung mit der Gefahrstoffeinheit der Freiwilligen Feuerwehr Pfullingen geplant. Wer Interesse an der Arbeit der Gefahrstoffeinheit hat, ist zu diesem Dienst natürlich herzlich willkommen.
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Redakteur / Urheber
Alexander Thomys
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